Bangkok I und Phuket / Thailand
26. November 2023 – 01. Dezember 2023 +
07. Dezember 2023
Bangkok I:
Endlich Bangkok! Schon bei unserer Abreise aus Österreich
war es fix, dass uns meine Familie in Bangkok besuchen kommt und nun war es
endlich an der Zeit: Am 27. Dezember läutete um 5 Uhr der Wecker und für uns
ging es erst mit dem Bus und dann mit der Metro zum Flughafen. Überpünktlich
kamen wir dort an, die Nervosität schlug mir allerdings ein wenig auf den
Magen. Mit dem Banner in der einen und dem Handy in der anderen Hand warteten
wir auf eine Nachricht von Patrick (Patrick ist mein/Angelas großer Bruder 😄),
der bei dieser Überraschungsaktion eingeweiht war. Irgendwann bekamen wir dann
die Nachricht, dass sie bei Gate 6 von ihrem Taxi erwartet werden. Michi und
ich befanden uns bei Gate 5, weshalb wir rasch zusammenpackten und nach draußen
eilten. Das Gate 6 war aber nur für Taxis und Reisebüros zugänglich, also
mussten wir schnellstmöglich zurück zu Gate 5 und überzeugten Patrick davon,
dass er sie dorthin führen soll. Und dann kamen sie auch schon von der
Gepäckausgabe und drei Dinge passierten gleichzeitig:
Wir
hielten winkend unser Banner hoch und machten auf uns aufmerksam
Patrick
sah uns und wollte zu uns abbiegen
Papa sah die Dame vom Reisebüro und bog in die gegengesetzte Richtung ab
Nun gelang es Patrick überhaupt nicht mehr, sie vom Mitkommen zu überzeugen, weshalb er uns dann alleine begrüßte. Es war ein wenig chaotisch, aber dann sah uns auch der Rest und wir durften sogar in den gesperrten Bereich, um meine Familie zu begrüßen. Ich glaube, die Überraschung ist trotz der Holprigkeiten gut gelungen, denn wir schauten in ein wenig verdutze (und müde aber vor allem freudige) Gesichter. Gemeinsam ging es dann mit einem Van zu ihrem Hotel. Die Fahrt dauerte 1 ½ Stunden und nachdem sie ihre Hotelzimmer noch nicht beziehen konnten, begaben wir uns für ein Frühstück in den angrenzenden „The Coffee Club“. Aus dem Nichts versammelten sich plötzlich die Mädls vom Service und überreichten mir ein Polster ihres Cafés. Offenbar hatten wir einen Mindestbestellwert erreicht und dies war ein kleiner Bonus – eigentlich voll süß, wenn man genug Platz hat und ich war froh, dass ich den Polster direkt meinen Eltern weitergeben durfte! 😉Nach Mittag kam dann eine Angestellte vom Reisebüro, die
uns ein wenig über die Sehenswürdigkeiten in Bangkok und Umgebung erklärte UND,
dass das Lichterfest „Loy Krathong“ heute schon stattfinden würde und nicht
erst morgen! Die Info war natürlich Gold wert und nach einem kurzen
Shopping-Spree im Einkaufszentrum gingen wir zum Fluss, wo wir selbst eine Loy
Krathong in Form einer Ente kauften.
Ein
Achterl Wissen:
Loy
Krathong wird jährlich als Anbetung an den Fluss- und Wassergott sowie Buddha gefeiert
und ist auch als Lichterfest bekannt. An diesem Tag werden im ganzen Land
kleine schwimmende Laternen in Flüsse, Seen oder Kanale gelassen. Der Name „Loy Krathong“ bedeutet:
„Loy“ = to float und “Krathong“ = basket / boat. Also übersetzt:
schwimmendes Boot oder schwimmender Korb. Die Körbe bestehen üblicherweise aus
Bananenblättern, die wie ein kleines Boot zusammengebastelt werden. Geschmückt
werden sie mit Kerzen oder Sprühkerzen, Blumen sowie kleinen Gaben oder Münzen.
(Quelle: https://www.asiahighlights.com/thailand/loy-krathong-festival)
Wir versuchten das Beste daraus zu machen: Wieder auf der anderen Seite des Flusses angekommen, schlenderten wir durch eine kleine Feierlichkeit, bei welcher kaum Touristen waren und anschließend gingen wir bei einem Restaurant Abendessen. Der Vollmond schaute auf die Dachterrasse hinab, auf welcher wir nun Platz nahmen, und leuchtende Lichterketten umrandeten das Geschehen. Trotz des stressigen Beginns endete das Fest der Lichter nun doch sehr schön und wir konnten den Abend bei gutem Essen und in Begleitung eines bunten Feuerwerks ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen durften wir beim Hotel der Eltern frühstücken: Die Auswahl war groß, der Kaffeekonsum größer! Mit einem Boot ging es anschließend zum „Grand Palace“ bei welchem mein Papa, mein Bruder, mein Cousin Thomas sowie Michi gegen die Kleiderordnung verstießen und erstmals eine luftige, farbige Elefantenhose kaufen mussten. Das Gelände des Palastes war riesig und quietschbunt – so bunt wie die Herrschaften mit ihren Hosen (und auch unzählige weitere Touristen, die offenbar nicht mit der Kleiderordnung vertraut waren 😉). Die meisten Tempelanlagen waren mit tollen Verzierungen und Mosaiken bestückt und viele, kleine und größere Statuen standen vor Eingängen oder auch bei Tempeldächern. Auch der liegende Buddha wurde von uns besucht und die Menschenmassen schoben sich hier wortwörtlich durch den schmalen Gang des Tempels – Michi und ich bekamen auch einmal einen bösen Blick, als wir ein Foto vom Buddha machten, weil wir offenbar den „Selfie-Spot“ blockierten, ups! 😄 Wir spazierten noch ein wenig am Gelände herum, sahen kleinere und größere pyramidenförmige Tempel und auch eine Reihe an goldenen Buddhas.Ein
Achterl Wissen:
Hier
ein kleiner Insider-Tipp für Reisen nach Südostasien: Es gibt die gratis App
„Grab“, mit welcher man zB. Essen bestellen oder Transportmittel buchen kann.
Man gibt einfach den gewünschten Zielort und seinen aktuellen Standort ein und
kann dann verschiedene Verkehrsoptionen auswählen (Transport mit dem
Motorroller, Auto, Van, Tuk-tuk, …). Die App ist sehr transparent und man weiß
direkt, wie viel man zahlen muss – manchmal steht ein Betrag von…bis, bei
welchen meistens der Höchstpreis gilt. Bezahlen kann man auch direkt in der
App, indem man seine Kartendetails hinterlegt oder man zahlt bar. Das Beste an
dieser App ist aber, dass man sie als ungefähren Vergleichsparameter hernehmen
kann und man ungefähr weiß, was ein angebrachter Preis wäre.
In der Khaosan Road findet man Bars, Restaurants,
Marktstände mit Souvenirs und Kleidung, Massage-Paläste, Tattoo Studios oder
Cannabis-Shops. Alles, was man dazu braucht, hier eine schöne Zeit zu haben.
Aber halt…da fehlt ja noch das Lachgas? Dieses bekommt man hier auch entweder
als kompletten Gascontainer oder in Ballons verabreicht. Hier konnte man auch bei
unzähligen Straßenständen seine Geschmacksknospen auf Abenteuerreise schicken:
Es gab Fruchtsäfte, frische Früchte, Eiscreme, Kebab, verschiedene
Erfrischungsgetränke, Mango Sticky Rice, Maden, Würmer, Spinnen, Schlangen,
Skorpione und sogar Krokodilfleisch.
Wem das an exotischen Geschmäckern allerdings noch nicht
reicht, der kann sich auch abseits der Khaosan Road ein kleines Abenteuer
gönnen: Die Soi Cowboy, in welcher ein Teil des Films „Hangover 2“ gedreht
wurde, gilt als das Rotlichtviertel von Bangkok. Ein recht unscheinbarer
Straßenabschnitt in der Nähe des Einkaufszentrums „Terminal 21“ verwandelt sich
nachts in einen Ort der Gegensätze. Für die vielen, leicht bekleideten Frauen
und sogenannten „Ladyboys“ beginnt der Arbeitstag und für die hunderten,
täglichen Besucher eine Art „Exhibition“, wie im Zoo.
Floating Market:
Natürlich stand auch der Floating Market auf unserer
„To-do“-Liste und unser Grab-Fahrer vom Vortag versprach uns, uns dorthin zu
fahren. Im Endeffekt holte uns ein Bekannter des Taxlers mit einem großen Van
ab und wir machten uns auf die 94 Kilometer lange Fahrt zum „Damnoen Saduak
Floating Market“. Als wir dann in eine enge Schotterstraße einbogen und zu
einer größeren Fläche mit ein paar Taxis und einem Ticketschalter kamen,
stoppte unser Taxler und meinte, wir wären da. Wir waren zu Beginn alle sehr
verwirrt, denn: Wir waren aktuell die einzigen Touristen hier, es gab kaum
Souvenirshops und es führte auch nur ein schmaler Kanal, auf welchem ein paar
Gondeln hin- und herwippten, ins nirgendwo. Wir waren uns alle einig: Das hier
ist Betrug! Und als wir dann auch noch den Preis für die Gondeln sahen, waren
wir uns sicher = wir werden (unschön gesagt) verarscht! Der Preis pro Person
betrug nämlich THB 2.000 (= EUR 52,70) und war damit 10-mal höher als der Preis
des eigentlichen Markts. Bei diesem mussten wir nämlich nur THB 200 pro Person
(= EUR 5,27) zahlen. Zugegeben, meine Eltern hatten bei „Achtung Abzocke“ eine
Sendung über Bangkok gesehen und auch über Michis Schwester Laura wussten wir,
dass es hier öfter zu Betrugsversuchen kommt, daher wussten wir, was auf uns
zukommen könnte.
Naja. Wir stellten unseren Fahrer zur Rede und meinten, dass dies der falsche Markt sei. Unser Fahrer blieb aber stur bei der Meinung, dass dies der Richtige ist und es keinen anderen geben würde. Es ging hin und her und das Schlagwort „Scam“ fiel mehr als nur ein Mal. Unterdessen informierte sich Michi über Google Maps über den eigentlichen Floating Market und wo genau dieser liegt (was wohl ziemlich tricky war). Als Michi dann etwas gefunden hatte und wir dem Fahrer damit „drohten“, dass wir dorthin gehen würden und er nur eine Wegstrecke bezahlt bekommen würde, stieg er widerwillig ins Auto und fuhr los. Mies gelaunt brachte er uns schließlich zum richtigen Markt und ließ uns dort raus. Kein Wort der Entschuldigung, kein Wort davon, dass es der falsche Markt war – als ob es nie passiert wäre. Sein Geld bekam er trotzdem noch nicht, weil wir es für den Schluss vereinbart hatten, weshalb er dann noch 2 Stunden auf uns warten musste, während wir uns den Markt anschauten.
Die Empörung über die versuchte Abzocke hatten wir schnell wieder verdaut und wir erfreuten uns an den vielen Souvenirshops und unternahmen eine günstige Bootsfahrt.😉 Zuerst ging es den Hauptkanal entlang. Auch hier gab es einige schwimmende Souvenirläden und immer, wenn wir auf etwas deuteten, steuerte die Dame, die unser Boot mit Paddeln antrieb, dorthin (Kommission undso 😉). Anschließend ging es durch einen kleineren Kanal zwischen Wohnhäuser durch, die auf Stelzen standen und über einen Fluss wieder retour zum Ausgangspunkt. Die Bootsfahrt zwischen den Häusern war sehr idyllisch, einzig die motorisierten Boote störten mit einem lauten Brummen die Ruhe. Das Taxi hatte tatsächlich auf uns gewartet, die Fahrt verlief aber sehr ruhig – lag auch daran, dass die meisten während der Fahrt geschlafen haben.😄
An unserem letzten gemeinsamen Tag besuchten wir die „Ancient City“ im Süden Bangkoks und Michi fand im Internet Tickets für den halben Preise – Jackpot! 😉 Die „Ancient City“ kann man sich wie das Kärntner „Minimundus“ vorstellen: Berühmte thailändische Sehenswürdigkeiten in Kleinformat! Aber so klein war das Gelände dann doch nicht! Wir mieteten uns für zwei Stunden ein Golf-Kart und Thomas düste los. Den Beginn machte eine Thai-Show, bei der zuerst ein Mädchen mit edlem pinkem Gewand tanzte und anschließend wurde noch ein Thai-Boxkampf nachgestellt. Dann ging es weiter: Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Wir fuhren in den zwei Stunden praktisch einmal quer durch den Park, gesehen haben wir aber trotzdem nicht alle Sehenswürdigkeiten, die dieser zu bieten hatte. Es war außerdem überraschend wenig los und selten waren zeitgleich andere Leute bei derselben Sehenswürdigkeit wie wir!Das Taxi kam verkehrsbedingt recht spät zu unserem Hotel
und dementsprechend kamen wir auch mit einer Viertelstunde Verspätung beim
Restaurant an. Wir betraten ein großes Gebäude. Auf der linken Seite befand
sich ein geschlossenes Café und vor uns war die Rezeption des Hotels. Mit dem
Lift wurden wir nach oben geschickt und fanden uns plötzlich auf der
Dachterrasse des Hotels wieder, bei welchem sich das Restaurant „Seen“ befand.
Wir wurden zu einem Tisch etwas abseits der anderen Gäste geführt und hatten von
dort einen tollen Blick auf die Stadt und den Fluss! Das Essen war unfassbar
lecker und ich kam nicht umhin, mir auch eine Nachspeise zu gönnen. Anlässlich
meines morgigen Geburtstags hatte Patrick sogar eine Torte organisiert! Es war
ein wunderschöner Abend und mir tat das Beisammen-Sein irrsinnig gut! (Danke
für euren Besuch! 😊)
Der 30. November hätte eigentlich unser letzter gemeinsamer
Tag in Thailand sein sollen, da meine Familie am Folgetag weiter nach Phuket
fliegen würde. Ich hatte mich im Vorfeld aber schon über ihr Hotel und ihren
Flug informiert und beschlossen, ihnen in Phuket Gesellschaft zu leisten. Michi
würde sich inzwischen in Bangkok die Zeit vertreiben und sich mit einem
ehemaligen Kollegen treffen, bis ich dann wieder zurück bin und wir weiter nach
Laos reisen würden. Aber es kam dann doch anders als gedacht…
Phuket, 07. Dezember 2023:
Unser Plan wurde also kurzerhand umgeworfen und Michi
reiste mit dem Nachtbus von Bangkok zu uns nach Phuket. Michi kam am 05.
Dezember an und wir verbrachten ein paar schöne Tage gemeinsam mit meiner
Familie, bevor wir am 07. Dezember wieder Abschied nehmen mussten: Es ging
gemeinsam zum Flughafen. Meine Familie flog von dort aus heimwärts und für uns
ging es mit dem Bus erstmal in die Stadt Phuket und von dort aus weiter nach
Malaysien!
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