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#38 Malaysien

George Town und Kuala Lumpur / Malaysien

08. Dezember 2023 – 13. Dezember 2023

George Town:

Ein Achterl Wissen:

George Town ist eine kleine Stadt auf der Insel „Penang“ im Nordwesten von Malaysien. Sie wurde im 18. Jahrhundert von den Briten als „Freihafen“ gegründet und war somit die erste britische Siedlung in Südostasien. Die dort herrschende Steuer- und Zollbefreiung und die Sicherheit des unter der britischen Krone geführten Hafens lockte viele Händler an. Die Stadt gewann nicht nur als Handelszentrum an Einfluss, sondern lockte auch viele Bewohner von umliegenden Ländern an.

Kind Fenster
Heute ist George Town ein Vorbild für multikulturelles Zusammenleben. Die drei Hauptkulturen, Malaien, Chinesen und Inder, leben hier friedlich miteinander und jede Kultur kann sich religiös, künstlerisch und kulturell ausleben. So gibt es etwa das Viertel „Chinatown“ oder „Little India“. Im Jahre 2008 wurde George Town aufgrund seiner Geschichte zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es wurde anschließend ein Wettbewerb zur Verschönerung der Stadt ausgerufen, bei welchem Künstler und Künstlerinnen die heute bekannten Wandmalereien kreiert haben. (Quelle: https://www.vivemalaysia.de/malaysia-sehenswuerdigkeiten/georgetown/, https://en.m.wikipedia.org/wiki/History_of_George_Town,_Penang)

Wir hatten uns für die nächsten Tage ein Hostelzimmer in „Little India“ gebucht. Zugegeben, es erinnert mit seinen Gerüchen nach Currypulver und Räucherstäbchen und den vielen Stoffläden mit den buntesten und schrillsten Farben wirklich ein wenig an Indien… Aber die Straßen waren sauberer und auch die Leute zurückhaltender! Für uns ging es ab in die Stadt zum Sightseeing, denn auch wir wollten die großartige Straßenmalerei sehen. Schon unterwegs sahen wir einige Kunstwerke, aber jene Malereien vom Maler Ernest Zacharevic stachen besonders beeindruckend hervor!

Kinder am Fahrrad
Nach unserer Tour durch die Stadt führte uns der Weg in den Komtar Tower und zum angrenzenden Freizeitpark. Wir besuchten ein paar Attraktionen wie etwa das Aquarium, das „Jurassic Park Research Center“ oder das Spiegellabyrinth und stellten auch unsere Höhenangst unter Beweis: Auf knapp 250 Metern Höhe befindet sich der „Rainbow Skywalk“, bei welchem einen nur wenige Zentimeter Glas vom Abgrund trennen! (Schon irgendwie gruselig 😉)

 

Kuala Lumpur:

Petronas-Towers
Von George Town ging es weiter nach Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysiens mit den höchsten aber nur zweitbekanntesten Zwillingstürmen der Welt: Die Petronas Towers! Nach dem Einsturz des World Trade Centers am 11. September 2001, welche mit einer Gesamthöhe von 546 Metern bis zur Spitze die höchsten Twin-Tower seiner Zeit waren, rutschten die Petronas-Towers mit 452 Metern nun auf den ersten Platz. Die Bauweise der beiden Türme ist beeindruckend – wahre Glaspaläste, die sich in den Himmel erstrecken! Vor den Zwillingstürmen tummeln sich Einheimische mit iPhones und Blitzlichtern in der Hoffnung, dass sie irgendwelche Touristen vor den Towern ablichten dürfen. Im Erdgeschoß der Petronas Towers befindet sich ein kleines Einkaufszentrum und direkt in der Eingangshalle ist ein F1-Auto von Mercedes ausgestellt. Hinter den Towern wurde ein kleiner Park mit Waldstück sowie einem Teich angelegt. Bei unserem Besuch fand sich dort auch ein riesiger, geschmückter Weihnachtsbaum wieder – die Weihnachtsstimmung blieb aber aus. Obwohl… am Nachmittag begann es zu regnen und die Luft wurde durch den feinen Schnurregen weiß erhellt. Es erinnerte beim schnellen Hinschauen an Schnee und ich bekam plötzlich irrsinnig Lust auf eine heiße Schokolade!

Kuala Lumpur ist aber nicht nur für die Zwillingstürme bekannt, sondern auch für die Batu Caves im Norden der Stadt. Der Eingang der Höhlen wird von einer ca. 43 Meter hohen, vergoldeten Statue bewacht und 272 bunte Stufen führen hinauf in die Haupthöhle. Auf dem Weg nach oben sieht man immer wieder Makaken, die um Futter betteln oder Touristen, die mit den Affen für Selfies posieren.

Ein Achterl Wissen:

Die Batu Caves bestehen aus Kalkstein und sollen über 400 Millionen Jahre alt sein. Die größte Höhle ist die sogenannte „Temple Cave“, welche an ihrem höchsten Punkt 100 Meter hoch ist. In dieser Höhle wurde um 1890 der erste Tempel zur Ehrung des hinduistischen Gottes „Lord Murugan“ (Gott des Krieges) errichtet und zieht auch heute noch unzählige Gläubige von überall her.

Wir betraten die „Temple Caves“ und unsere Augen mussten sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen, bevor wir den Tempel im Inneren ausmachen konnten. Es roch modrig und nach hoher Luftfeuchtigkeit, irgendwo in der Höhle war Wasserplätschern zu hören. Viele der Besucher, überwiegend indischer Abstammung, waren barfuß in der Höhle unterwegs und auch wir mussten unsere Schuhe ausziehen, als wir den kleinen, farbenfrohen Tempel betraten.

Am Ende der Höhle führt eine weitere Treppe nach oben und man stand plötzlich wieder unter freiem Himmel. Wir befanden uns nun in einem kleinen Talkessel, rund um uns herum waren meterhohe Steinwände und hoch über unseren Köpfen sah man die Ansätze eines Dschungels, welcher den Schlund zu uns umrandete. Auch hier wurde ein Tempel errichtet, in welchem gerade eine kleine Zeremonie abgehalten wurde. Wir standen am Rande des Geschehens und ich beobachtete eine Familie Makaken, die gerade zum Wald hinaufkletterte und oben verschwand. Es war gigantisch und ich verstehe absolut, dass hier ein Tempel errichtet wurde! Als wir die Höhle verließen, begann es zu regnen und wir vertrieben uns die Wartezeit für den Zug mit (riskantem) indischen Essen und Chai. Am Abend stand noch einmal ein Besuch bei den Zwillingstürmen auf der Liste: Wir setzten uns vor das Gebäude und schauten zu, wie sich der Himmel immer mehr verdunkelte und der Tower zu strahlen begann!


 







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