Singapur / Singapur
13. Dezember 2023 – 15. Dezember 2023
Die Fahrt von unserem Hotel in Kuala Lumpur zum Busbahnhof verlief chaotisch, aber wir hatten glücklicherweise genug Zeit für Fauxpas eingeplant. Eigentlich hätten wir mit der Metro nämlich nur 1x umsteigen müssen, stattdessen gab es aber mehrere Verspätungen, Ausfälle und Baustellen, weshalb wir dann insgesamt 3x umsteigen mussten und sogar noch Zeit fanden, wie aufgescheuchte Hühnchen zwischen zwei Metrostationen herumzurennen. Beim Busbahnhof angekommen huschte Michi in den Supermarkt, während ich mich für die Tickets anstellte. Mein Magen begann zu krampfen und ich war froh, als Michi mich ablöste und zum Klo schickte. Ist das womöglich das indische Essen von gestern?
Mit dem Bus wurde es bereits knapp, als ich zurückkam und wir rannten zum Terminal. Mein Magen krampfte wieder und ich war ausnahmsweise froh, als beim Abfahrtsplan eine Verspätung von einer halben Stunde eingetragen wurde. Irgendwann kam dann unser Stockbus (der mit verstellbaren Fußablagen und breiten Sitzen voll der Luxusbus war!) und die Reise Richtung Singapur begann!
Nach einigen Stunden wurden wir in Johor Bahru, der letzten Stadt in Malaysien vor dem Grenzübergang zu Singapur, bei einem Busbahnhof hinausgelassen. Wir wurden mit einem Bus zur malaysischen Grenze gebracht und dort zur Passkontrolle ausgesetzt. Zu Fuß ging es durch das große Grenzgebäude und kurz darauf standen wir schon im nächsten Bus auf dem Weg zur Grenze Singapurs. Dort mussten wir dann durch die Einreisekontrolle und anschließend ging es mit einem weiteren Bus zur nahegelegenen Metrostation. Phuu. Ganz schön viel zum Umsteigen, nicht? Schon bei der Metro spürte man das moderne Flair der Stadt: Man konnte die Öffis seit Langem wieder einmal mit Karte bezahlen! Die öffentliche Verkehrsanbindung ist in Singapur top und nach 45 Minuten kamen wir im Stadtinneren an. Verregnet, aber glücklich erreichten wir unser Hostel und durften erfreut feststellen, dass es dort gratis Kaffee und Tee gibt! 😊
In Singapur sind besonders die sogenannten „Hawker Centre“ ein Begriff. Dabei handelt es sich um Food Courts, bei denen man schon um ein paar Euro bzw. Singapur-Dollar ein vollständiges Mittagessen bekommt. Für uns ging es nun also zum nahegelegenen „Maxwell Food Centre“ und ich gönnte mir eine Kokossuppe mit Ei, Garnelen, Brot und Nudeln. Die meisten Essensstände bieten einen Mix aus asiatischem Essen, vorrangig aber vietnamesisch, chinesisch oder malaysisch. Anschließend gönnten wir uns noch einen Soja-Drink: Michi mit Soja und Wassermelone und ich mit schwarzen Sojabohnen, welche typisch für Singapur sein sollten. Den ersten Tag ließen wir ein wenig entspannter ausklingen, dafür starteten wir am Folgetag so richtig durch!
Den Beginn machte das Café „Ya Kun Kaya Toast“, welches wir auf Empfehlung eines Gasts der Vila Basi besuchten. Wir bestellten zwei Toasts und dazu ein weiches Ei. Soweit nichts Besonderes, oder? Man bekommt das Ei allerdings aufgeschlagen in einer kleinen Schüssel und kann dann seinen Toast eindippen. Dazu bekommt man noch ein kleines Schüsserl mit Honig und die Kombination war einfach grandios! Werde ich mir für daheim kopieren! 😉 Es ging weiter zum „Fort Canning Park“ und wir erhaschten das erste Mal einen Blick auf das weltbekannte Schiff am Dach eines Hotels: Das Marina Bay Sands! Der Park selbst hatte viel interessante Flora zu bieten und dadurch, dass er auf einem Hügel lag, war es ruhig und man hörte kaum Straßengeräusche. Über die Promenade des „Singapore Rivers“ ging es weiter zur Metro. Wir hatten beschlossen, die Mittagshitze im Kühl der Metro auszusitzen und uns den Indoor-Wasserfall beim Flughafen anzusehen!
Der „Jewel waterfall“ befindet sich aber tatsächlich NICHT am Flughafengelände, sondern in der angrenzenden Shoppingmall. Er erstreckt sich von der obersten bis zu unterster Etage der Mall und der „Raum“, in dem sich dieser befindet, ist kreisrund und stufig aufgebaut. Über Stiegen sind die einzelnen Etagen miteinander verbunden, rundherum sind Grünpflanzen und Blumen angepflanzt. Es führt sogar ein Sky Train durch den Raum und bei unserem Besuch konnte man sogar die interaktive Ausstellung „Pipe around the world“ vom Videospiel „Super Mario“ bewundern!
Für uns ging es retour in die Stadt und zu den „Gardens by the Bay“, wo sich auch das Marina Bay Sands befindet. In den „Gardens by the Bay“ kann man auch die sogenannten „Supertrees“ bewundern. Dabei handelt es sich um hohe Stahlkonstruktionen im Design von Bäumen, die am Abend beleuchtet werden. Auch zwei riesige Glaskuppeln befinden sich auf dem Areal: Darunter der „Flower Dome“ und „Cloud Forest“, wo es nun für uns hinging.
Im „Flower Dome“ konnte man Blumen und Pflanzen aus aller Welt anschauen, die meisten stammten aber aus dem mediterranen Umfeld und wenn man zumindest ein Mal bei uns durch die Gartenabteilung eines Baumarkts flaniert ist, kennt man normal die meisten Pflanzen – der Besuch war also solala. Umso aufregender war dann aber der „Cloud Forest“! Inmitten der eh schon riesigen Glaskuppel erhob sich ein künstlich angelegter Berg, bewachsen mit immergrünen Pflanzen und Orchideen aus Peru! Es gab auch einen Wasserfall sowie eine geschwungene Glasbrücke, die hoch über unseren Köpfen verlief. Im „Cloud Forest“ konnte man auch lebensgroße Figuren des Films „Avatar 2“ ansehen – die typisch blaue Farbe der Avatare sprang einem zwischen dem saftigen Grün der Pflanzen sofort ins Auge. Es ging zum Gipfel des Berges und über die Brücke wieder hinunter, überall sah man farbenprächtige Blumen und exotische Pflanzen. Total schön!
Wir wurden langsam hungrig und gönnten uns beim Shake Shack einen Burger, während wir auf die tägliche Supertree-Show warteten. Die Show findet zwei Mal am Tag statt und wir machten uns eine Viertelstunde vorher auf den Weg, um einen guten Platz mit schöner Aussicht auf die Supertrees zu erhaschen. Wir fanden ein paar größere Steine und beschlossen, dort zu bleiben. Die GoPro wurde kurzerhand am Geländer vor uns befestigt und als es zu regnen begann, kuschelten wir uns unter unserem Schirm zusammen. Die GoPro konnten wir sogar von unserem geschützten „Platzerl“ aus einschalten – einfach genial! Da saßen wir nun und warteten auf die Show. Der Weihnachtsmarkt zwischen den Supertrees war noch hell erleuchtet und im vollen Gange, bis dann um Punkt 19:45 Uhr die Show begann und alle Lichter rundherum ausgeschalten wurden.
Wenn ich die Supertree-Show mit nur einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das „magisch“. Die Show war einfach wunderschön und die tausend Lichter der Supertrees wechselten im Takt der Weihnachtslieder ihre Farbe und tanzten vor unseren Augen. 15 Minuten lang saß ich gefühlt mit offenem Mund da und schaute dem Lichterspiel zu, der Regen tat sein Übriges: sooo romantisch! Also vielleicht doch eher zwei Worte? 😄
Beschwingt ging es retour in unser Hostel, wo wir die beiden Schweizerinnen Svenja und Julia kennenlernten. Beide waren die letzten Monate gemeinsam gereist, Singapur ist nun ihr letzter gemeinsamer Stopp. Für Julia geht es retour nachhause und Svenja wird noch für ein halbes Jahr in Auckland, Neuseeland arbeiten. Wir erzählten einander von unseren Reiseerlebnissen (gute sowie schlechte) und sie gaben uns ein paar Tipps für Indonesien. Darunter der Tipp, dass wir in Bukit Lawang eine Dschungelwanderung unternehmen können, wo wir freilebende Orang-Utans sehen könnten! Wir redeten bis spät in die Nacht und wer weiß…vielleicht sehen wir uns ja in Auckland wieder?

Am letzten Tag spazierten wir noch einmal durch die Stadt und zur Promenade, von wo aus wir eine gute Sicht zum Schiff „Marina Bay Sands“ hatten. Am Nachmittag besuchten wir dann Lily, die wir damals in Goa beim Yoga Retreat (Blogeintrag #19 Das Yoga-Retreat) kennengelernt hatten. Lily hatte damals erwähnt, dass sie die „Sahne Muh-Muhs“-Zuckerl so gern mag und ratet, wer seine Eltern dazu angestiftet hat, welche aus Österreich mitzunehmen? Genau! 😉 Lily hat sich darüber sehr gefreut und wir verbrachten ein paar gemeinsame Stunden, bevor es dann für uns wieder nach Johor Bahru ging…
Unsere nächste Reise führt uns nach Chiang Rai und wir haben den Flieger von Kuala Lumpur nach Bangkok gebucht, weil es günstiger war, als wenn wir von Singapur geflogen wären…aber das ist eine andere Geschichte… 😉
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