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#41 Nordthailand

Chiang Rai und Chiang Mai / Thailand

17. Dezember 2023 – 23. Dezember 2023

Chiang Rai:

Taxitaxi
Vom Flughafen in Chiang Mai ging es mit einem Taxi zum Busbahnhof. Vor Corona gab es einmal Busse, die in die Stadt fuhren, allerdings wurde das dann aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt. Am Busbahnhof angekommen mussten wir feststellen, dass heute schon fast alle Busse nach Chiang Rai ausgebucht waren. Nur ein einziger Bus, nämlich jener um 19 Uhr, hatte noch Platz für uns. Wir hatten nun die Wahl zwischen A) 9 Stunden mit Schlafdefizit auf den Bus warten und insgesamt THB 350,- (EUR 8,90) zu zahlen oder B) eine halbe Stunde auf ein Gemeinschaftstaxi warten aber insgesamt THB 1.000,- (EUR 25,40) zu zahlen.

Wer auf A getippt hat: gewonnen! Wir wären keine Reisenden, wenn wir nicht die sinnbefreite günstigere Variante genommen hätten, oder? Den Tag verbrachten wir dann eigentlich vollständig in einem nahegelegenen McDonalds, wo wir insgesamt wahrscheinlich mehr Geld ausgegeben haben, als wenn wir direkt gefahren wären. Wir vertrödelten erfolgreich die Zeit bis 19 Uhr und spätestens beim Sitzkomfort im Bus merkte man dann den günstigen Preis. Ihr könnt euch vorstellen, wie überglücklich ich war, als wir dann nach zwei Tagen reisen endlich frisch geduscht im Bett lagen! 😁

Spaß mit Verkehrsspiegeln
In Chiang Rai fand gerade das Blumenfestival statt. Es waren viele Essensstände aufgebaut und wir gönnten uns einen Boba-Tee sowie Kokoswasser. Außerdem probierten wir Mochis mit Erdbeeren in Schokolade gefüllt – klingt aber tatsächlich besser, als es ist. 😉 Wir kamen ein wenig zu spät zur eigentlichen Attraktion, denn die Sonne ging bereits unter, als wir zu den wunderschönen Blumenbeeten kamen. Durch kleine Scheinwerfer wurden die Beete sowie kunstvolle Figuren beleuchtet und man konnte auch noch im Finstern die Blumenpracht genießen. Das Ambiente wurde durch den Gesang und Instrumentenklang einer Schulgruppe begleitet, später gab es bei einem Springbrunnen eine kleine Lasershow mit Musikbegleitung.

In Chiang Rai befindet sich auch der sogenannte „White Temple“. Dabei handelt es sich um einen buddhistischen Tempel, welcher von einem thailändischen Künstler designt,  kreiert und bezahlt wurde und im Jahr 1997 seine Tore für Besucher öffnete. Der Grundgedanke des Tempels war, einen Ort der Meditation und des Lernens zu schaffen. (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Wat_Rong_Khun)

White Temple
Wie der Name bereits vermuten lässt, ist der Tempel komplett in weiß gehalten. Er ist kunstvoll und detailreich verziert und kleine Spiegelmosaike finden sich an den Wänden wieder. Vor dem Tempel sind links und rechts größere Teiche, in der Mitte führt eine Brücke zum Tempel. Die Brücke und der schmale Weg, welcher zur Brücke führt, stellen Szenen der Hölle und den Kreislauf des Lebens dar. Dann geht man in den Tempel: Ein kleiner Raum, in welchem man direkt vom sanften Lächeln einer Buddha-Statue .begrüßt wird. Die Wände sind bunt bemalt, schräg ist aber, dass auch kleine Ufos, Raumschiffe und Figuren aus bekannten Filmen wie Matrix oder Avatar darauf zu finden sind. Trotz der Kleiderordnung und dem Ursprungsgedanken, einen Ort für den buddhistischen Glauben zu schaffen, ist der Tempel in meinen Augen nur eine leere Hülle ohne Geschichte. Ein Kunstobjekt. Aber so wie bei Gemälden und modernen Werken liegt wohl auch hier die Kunst im Auge des Betrachters. 😉


Chiang Mai:

Die österreichische Traditionsküche ist ja schon wahnsinnig lecker, aber wer erstmal auf den Geschmack von thailändischem Essen gekommen ist, den bringt kaum noch etwas davon weg! Thailändisches Essen ist vielfältig und bunt. Ob grünes, rotes oder gelbes Curry, ob Stir-Fried mit Schwein oder vegetarisch, ob Fried Rice mit Hühnchen, Fried Noodles mit Tofu oder Mango Sticky Rice und Thai Iced Tea. Wir haben die thailändische Küche schätzen und lieben gelernt und es war an der Zeit, endlich einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: Wir machen einen Kochkurs!

Um 08:00 Uhr wurden wir von der Kochschule beim Hotel abgeholt und lernten direkt Gilbert und Menasa kennen. Zwei Inder, die sich so wie wir eine kleine Auszeit vom Alltag gegönnt haben. Bei der Kochschule angekommen lernten wir auch den Rest der heutigen Kochtruppe kennen: Eine Mutter und ihr Sohn aus Dänemark, zwei Koreanerinnen und Nils, einem Amerikaner. Die Gruppe harmonierte schon zu Beginn toll miteinander und auch unser Kochlehrer „Thai“ war ein wandelnder Sonnenschein! 😄 Wir bekamen rote Kochschürzen und spazierten dann erstmals zum naheliegenden Markt, bei welchem uns die typisch thailändischen Gewürze und Kräuter gezeigt wurden. Darunter etwa: Thai-Basilikum, Tamarinde, Galgant, Ingwer, Kaffirlimettenblätter, Zitronengras, Kurkuma oder (ugh!) Koriander. Einige der Kräuter wachsen außerdem frisch im Garten der Kochschule, wo wir sie noch einmal beschnüffeln durften! Fischsauce und Sojasauce dürfen zudem in keiner Thaiküche fehlen und werden oft zum Anbraten von Nudeln (Austernsauce) oder zum Abschrecken bzw. „Aufgießen“ verwendet (Fischsauce).

Frühlingsrolle
Es ging an die Menüplanung und jeder musste nun eine Vorspeise, Suppe, Hauptspeise, Nachspeise und einen Salat auswählen. Als 2. Vorspeise gab es eine selbstgerollte Frühlingsrolle. Wir würden außerdem unsere eigene Curry-Paste herstellen und diese zu einem Curry weiterverarbeiten!

Michi entschied sich für folgendes Menü: Pad Krapow, Tom Sab Suppe, Red Curry (Red Curry Paste) , Mango Sticky Rice, Papaya Salat, Frühlingsrolle

Mein Menü sah wie folgt aus: Pad See Ew, Kokosmilch-Suppe , Panang Curry (Panang Curry Paste), Banane in Kokosmilch, Papaya Salat, Frühlingsrolle

Die nächsten Stunden verbrachten wir mit Schnippeln und Kochen und unter der Anleitung und Hilfe von Thai entstanden duftende Gerichte. Kein Gericht glich dem anderen, da wir die vier Grundgeschmacksrichtungen selbst bestimmen durften:

Salzig: Durch die Fischsauce erhielt unser Essen seinen salzigen Touch. Man kann auch Sojasauce zum Nachwürzen verwenden.

Süß: Die Austernsauce gab der Speise seine Süße. Aber auch Rohrzucker oder Palmzucker können dafür verwendet werden. Wenn eine Speise zu salzig ist, kann man dies durch die Beigabe von Zucker oder Austernsauce mildern. (Man kann aber auch süße Chilipaste, schwarze Sojasauce, geröstete Zwiebeln, gekochte Kürbis, gekochte Süßkartoffeln, Ananas, Äpfel, Erdbeeren, Pomelos, Weintrauben, Fenchel, Kirschtomaten, Mais und Paprikas als Süßungsmittel verwenden. Quelle: https://www.thai-thai.de/zutaten/geschmacksrichtungen/)

Sauer: Die Säure nahmen wir von gepresstem Limettensaft.

Scharf: Durch die Beigabe von Currypasta kann man die Schärfe der Speise regulieren. Grün ist schärfer als rot, rot ist schärfer als gelb. Die Schärfe kann man durch Beigabe von Kokosmilch lindern.

Neben den vier Geschmacksrichtungen gibt es noch die sogenannte „Würze“. Das sind Kräuter und Gewürze, die den Geschmack zusätzlich verändern und je nach „Gusto“ kann man sie hinzufügen. Darunter fallen Galgant, Zitronengras, Kaffir-Limette Blätter, Knoblauch, Schnittknoblauch, Fingerwurz, Ingwer, grüner Pfeffer, Schalotten, Zwiebel, Lauch, Frühlingszwiebel, Koriander, Sägezahnkoriander, Sellerie, Basilikums, Minze, Kurkuma, Zimt, Sternanis, Koriandersamen, Kreuzkümmel, Nelken, Muskatnuss, Kardamom und Lorbeerblätter. Als Koriander-Verfechterin werde ich meine Speise dementsprechend nicht mit Koriander würzen. Dafür aber mit Ingwer oder Zitronengras! 😉 (Quelle: https://www.thai-thai.de/zutaten/geschmacksrichtungen/)

Zu Mittag gab es eine kurze Pause und die brauchten unsere vollgegessenen Kadaver auch! Wir waren kurz vorm Platzen und als wir nach der Mittagspause noch den Salat und die Nachspeise machten, fiel es uns schwer, diese überhaupt noch abzuschmecken! Der Mango Sticky Rice und die beiden Salate wurden deshalb direkt nach dem Kochen eingepackt, die Banane in Kokosmilch fand gerade noch Platz in meinem Magen! Wie sagt man immer so schön: Nach dem Essen sollst du ruh´n oder tausend Schritte tun! Wir machten also noch einmal einen Abstecher zum Markt, wo wir bereits in der Früh waren, und machten uns dann zu Fuß auf dem Heimweg. Die 1.000 Schritte haben wir nach dem Mittagessen bestimmt geschafft. 😉

Chiang Mai ist bei Thailändern und Touristen gleichermaßen als Urlaubsdestination beliebt. Nicht nur, weil die Temperaturen im Jahresdurchschnitt 25,1 °C betragen und damit um einiges gemäßigter sind als in vielen anderen Teilen Thailands, sondern wohl auch, weil man dort viel machen kann! Es gibt viele Tempel zu erkunden und regionales „nordthailändisches“ Essen zum Probieren; man kann Nationalparks besuchen oder auf den umliegenden Hügeln/Bergen wandern gehen; man kann über die 700 Jahre alte Geschichte des Ortes lernen oder eine Wildwasserfahrt unternehmen; man kann mit dem Quad herumdüsen, eine Kajak-Tour machen oder mit einer Zipline durch den Jungle gleiten.

Mike Arrow Rest
Natürlich gibt es noch viiiele weitere Aktivitäten, weshalb wir Pfanne & Kochlöffel kurzerhand gegen Pfeil & Bogen eintauschten! Mit zwei Grab-Motorradfahrern ging es für uns vom Hotel zum „The Arrow Rest“. Wir quetschten uns zwischen stehende Autos hindurch, überholten kleinere Staus auf der Gegenfahrbahn, fuhren am Gehsteig entlang und schlängelten uns von links nach rechts und von rechts nach links, um bei Ampeln möglichst weit nach vorne zu kommen. Bei „The Arrow Rest“ lernten wir in einer einstündigen Session, wie wir uns bei einer Zombieapokalypse am besten verteidigen könnten. (Kleiner Scherz, aber ich würde allemal lieber zum Bogen als zu einer Axt greifen, sollte es jemals so weit kommen 😉) Richtig treffsicher wurde ich in dieser Stunde allerdings nicht, aber es hat uns beiden sehr Spaß gemacht und der Nachmittag verging wie im Flug!

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